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Western-Roman

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Von lordnelson

Damals …

Jillian Sophia Bennet hatte wohl die grausamste Kindheit die man sich vorstellen konnte. Das kleine Mädchen mit den grünen Augen und goldenem Haar bewohnte mit ihren Eltern ein kleines verdrecktes Zimmer im Obergeschoss einer Wäscherei. Zu jeder Zeit des Tages wirbelte der Wind den Staub der nahe gelegenen Kohlenwerke auf der in ihre Richtung schwebte. Der Bezirk war bekannt dafür das er im Dunkeln lag und viele der Bewohner an Atemproblemen zu grunde gingen. Der Alltag bestand aus Hustende Menschen mit Tüchern vor dem Mund die durch schwarze Strassen liefen. Das waren die einzigsten Erinnerungen die Jil aus ihrer Kindheit von Amsterdam mit sich nahm. Als sie fünf Jahre jung war wurde die Familie gezwungen ihrem Heimatland den Rücken zu kehren. Es begann, als Ihr Dänischer Vater nach einer Armamputation seine Arbeit in einer der Werkshallen verlor. Durch den über die Jahre herab fallenden Staub erkrankte schlieslich ihre Mutter. Die Medizin kostete sie ihr letzdes hab und Gut. Der Vater überredete einen befreundeten Decksmann ihnen in ihrer Not zu helfen. Eines Nachts fanden sie sich mit ihren wenigen Habseligkeiten versteckt hinter hohen Kisten in den Kesselräumen der „Adriane fünf“ wieder. Nach einer Woche unter Deck erreichten sie schließlich den Hafen von New York. Nach mehreren Anläufen schafften sie es endlich in der großen Stadt Fuß zu fassen. Der Vater fand trotz seines Handikaps eine Stelle als Maschinist in einer Kesselfabrick und seiner Frau ging es dank des besseren Klimas wieder besser. Der Neustart war geglückt, doch sollte er nicht von langer dauer sein. Als Jil vierzehn Jahre alt war, wurde ihre Mutter auf offener Straße von einem Räuber niedergestochen. In seinem Frust begann der Vater mit dem Trinken. Er verlor seine Arbeit wieder und wurde zu einem gemeinen Gauner. Nachdem er mehrmals in den Zellen der Polizeistationen seinen Rausch ausschlafen musste verließ ihn die Kraft schlussendlich. Seine Gier nach Schnaps war ungebrochen. In den nächsten zwei Jahren verkaufte er seine Tochter heimlich an die alten Männer der Nachbarschaft. Auf dem Dach eines alten Backsteinhauses in einem verrotteten Vorort der Stadt zwang er sie, zwischen Holzkisten die er im Kreis aufgestappelt hatte ihre Freier zu beglücken. Der alte saß bei jedem Akt auf einem klapprigen mit Rost überzogenen Metallstuhl und kassierte zufrieden die drei Dollar für jedes besteigen, die er direkt wieder in Schnaps investierte. Manchmal, während die Männer auf Jils jungem Körper lagen, konnte Sie durch einen Spalt in einer der Kisten sehen das sich Ihr Vater mit der Hand in die Hose griff und an sich rieb. Regelmäßig geilte er sich daran auf wie seine eigene Tochter von alten, modrigen und aus dem Hals stinkenden Männern jeden Tag aufs neue Vergewaltigt wurde. Wenn es spät wurde und sie zu Bett gingen war sein Teil so hart das er ihn nach nur wenigen Sekunden wieder aus ihr heraus zog und auf ihre winzigen Brüste spritzte. Besoffen schlief er jedes mal in ihren Armen ein. Jil hatte einen weiteren arbeitsreichen Tag hinter sich. Immer wenn der alte eingeschlafen war begann sie im flüsterton zu Gott zu sprechen, doch dauerte es eine weile bis er sie erhörte. Jil war zwölf als sie das erste mal ihre Beine breit machen musste. Sie weiß es noch wie heute. Es war Jack Barnslow der Trinkkollege ihres Vaters. Ein Mann mittleren Alters der sein Geld in einer nahe gelegenen Schmiede in der nähe der Docks verdiente. Mit seiner Frau und den vier Kindern lebte er eine Straße weiter. Die Männer trafen sich regelmäßig zum Whisky trinken im Pub. Der Vater versprach ihr das sie es nur einmal tun müsse damit die Familie etwas zu essen hat. Barnslow hat für die Jungfrau sehr gut bezahlt. Damals wusste Jil nicht das sie die Vergangenheit noch einmal einholen würde. Nach nur wenigen Wochen der täglichen Vergewaltigungen auf dem kalten Dachboden wurde sie das erste mal schwanger. Der Vater wollte nicht das sie kugelrund wird, er noch mehr Bälger durchfüttern müsse und in der Zeit auch noch Geld verliere. So schlug er ihr eines Nachts während sie schlief mehrmals mit der Faust in den Bauch worauf sie kurze Zeit später das Baby verlor. Dieser prozess wiederholte sich noch zwei weitere male. Eines Mittags fiel dem Polizisten Barns während er mit ihr zu Gange war sein Revolver aus der Tasche. Er rutschte unter die nasse schimmlige Decke auf der sie lagen. Um endlich in ihr zu kommen presste er ihre Beine eng aneinander und drückte ihn immer tiefer in sie hinein. Nach wenigen Sekunden stöhnte er laut auf und sie spürte in sich wie seine Schwellung zurück ging. Erschöpft sackte er auf ihr zusammen. Der Ordnungshüter bemerkte nicht das sein wichtigstes Arbeitsutensil fehlte als er das Dach durch die knarrende Holztür verließ. Nachdem der letzte Freier an diesem Tag mit Jil fertig war und auch er vom Dach verschwand griff sie sich vorsichtig die Waffe. Bevor ihr der alte seinen eigenen Pimmel noch einmal rein stecken konnte erhob sie sich mit dem Revolver hinter ihrem Rücken und lief langsam auf ihn zu. Ohne zu zögern drückte sie den Abzug. Sie schoss sie ihrem Vater der noch immer auf seinem Stuhl saß und seine Scheine zählte dreimal in die Brust. Er zuckte noch leicht als ihm das Blut aus dem Mundwinkel lief. Mit letzter Kraft versuchte er mit seiner Hand in ihre Richtung zu greifen. Jil lies den rauchenden Revolver zu Boden fallen, setzte sich im Schneidesitz vor den Mann und beobachtete ihn beim Sterben. Es dauerte nur wenige Sekunden bis er an seinen Verletzungen zu Grunde ging. Sein Blutfluss strömte bis zu ihren Füßen und färbte das von Ejakulat- befleckte Kleid Rot. Die Polizei steckte das junge Mädchen in eine Sonderanstalt für entlaufene und kriminelle Jugendliche außerhalb der Stadt. Bis zu ihrem zwanzigsten Lebensjahr sperrte man sie hinter hohe Mauern. Als sie aus dem Gefängnis entlassen wurde und mit siebzehn Dollar und zweiundachtzig Cents in der Tasche aus der Kutsche stieg die sie in die Stadt brachte wusste sie nicht wo sie sich hin begeben sollte. Verzweifelt streifte sie in den nächsten vierundzwanzig Monaten durch verschiedene Bordelle um nicht zu verhungern und sich mit Tanzen und Freiern ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Nach dem sie sich durch die gesamte Ostküste geschlafen hatte wollte sie endlich das Landesinnere erkunden. Mit der Eisenbahn machte sie sich auf Richtung Westen. Der Zug stoppte plötzlich mitten in der Nacht. Mehrere Banditen sprangen aus dem Dunkeln herauf und bedrohten die Passagiere. Jil und zwei weitere Frauen wurden gefesselt und auf Pferden in die Dunkelheit verschleppt. Vier Tage später befand sie sich in einem Freudenhaus in Kansas-City wieder. Die Banditen verkauften die drei Frauen für kleines Geld an den Besitzer des Bordells . Sieben Monate ist es nun her als Jil das erste mal die Türen des Red Horse-Saloon betrat. Sechsmal in der Woche musste sie mit den anderen Huren auf der Bühne ihre Show abhalten. Von zwölf Uhr mittags bis tief in die Nacht ermöglichte sie ihren Freier sich an ihr zu erleichtern. In ihrem Zimmer in dem oberen Stockwerk erfüllte sie den Männern jeden Wunsch. Die Gebühren der Damen waren überschaubar. Auf einem großen Holzbrett in Barnähe konnten die Freier die Preis erfahren. Fünfzehn Minuten mit einem Mädchen kosteten sechs Dollar. Mit dem Mund vier, der Hand zwei und in den Arsch Acht. Für besonders junge Mädchen, meistens noch Kinder gab es einen Aufpreis von zwei Dollar- fünfzig was sich nur sehr wohlhabende Leisteten. Mit ihrer eigenen Technik und der langen Erfahrung hatte sich Jil nach kürzester Zeit einen beachtlich Kundenkreis aufgebaut und von jedem Fick bekahm sie Fünfundzwanzig Penc. Mit dem Geld was sie sich zusammen sparte wollte sie recht bald die Flucht ergreifen und mit einer Fahrkarte zurück nach Europa reisen. Sie konnte es einfach nicht mehr ertragen eine Hure zu sein. An diesem Abend jedoch sollte sie ihre Arbeit das letzte mal verrichten.

 

08. Juni 1858

 

Im Red Horse-Saloon legten sich graue Rauchschleier nieder und schlängelten sich um die zwei großen Kronleuchter die von von der Decke hingen und den Raum beleuchten. Es war laut und stickig an diesem Abend. Die Pockertische waren gut besucht und manch einer Tanzte mit den leicht bekleideten Damen zur Musik des Klaviers. Jil Bennet saß gelangweilt auf dem verbäulten Stoffsofa im Hinterzimmer. Von ihrer Anhöhe aus beobachtete sie durch die Rillen der hölzernen Trennwand die nach Fleisch sabbernden Männer. Als sie sich endlich für einen langen schmalen Burschen mit kariertem Hemd und Hosenträger entschied der an der Bar herum lungerte erhob sie sich in Richtung Schwingtür die in den großen Raum führte. Als sie die eine Seite der Tür auf sties erstarrt sie für ein paar Sekunden und wich dann blitzartig zurück. Eine Bande von wilden Cowboys betrat lauthals lachend das Bordell. Vier Männer. Schmutzig, staubig und bis an die Zähne bewaffnet mit Colts, Messern und Gewehren standen nun in mitten der Tische. Die Kunden des Red Horse hielten inne und drehten sich zu den Neuankömmlingen um. Der Klavierspieler verstummte. Die Tanzenden Damen zogen sich fluchtartig hinter die Holztrennwand zurück wo sich Jil aufhielt und die Bande genauestens durch die Holzspalte beobachtete. Aufgebracht stapfte der Besitzer Ben Piers im Anzug und mit seinem Gewehr in der Hand die hölzerne Treppe herunter. In harschen Ton erklärte er den Herren das diese für so ein angesagtes Etablissement nicht in frage kähmen. Er würde auf der Stelle den Sheriff rufen wenn sie nicht sofort verschwinden. Der größte der vier Cowboys trat einen Schritt vor und drückte Piers mehrere Dollarnoten in die Hand. Er versicherte ihm das es davon noch jede Menge gäbe je nachdem wie gut man sie versorge. Voller Begeisterung über den Gewinn in seiner Hand scheuchte der Besitzer die Männer an einen runden Tisch in einer der Ecken. Vorbildlich bediente er sie mit Schnaps und einer kleinen Mahlzeit. Der alltägliche Trubel des Hauses nahm seinen gängigen Lauf. Billy Heriss der junge Klavierspieler begab sich zurück an seine Tasten. Jil stand immer noch verunsichert an der Schwingtür. Sie beobachtete den großen Mann der ihrem Boss das Geld überreicht hatte. Irgendetwas an ihm machte ihr gleichzeitig Angst, weckte aber auch ihre Neugierig. Die anderen drei Männer hatten sich dem Billardtisch nicht weit von ihren Plätzen zugewandt. Der große breitschultrige blieb auf seinem Stuhl sitzen. Aus seiner inneren Jackentasche zog er ein großes Bündel Geldscheine. Unter den heimlichen Blicken der anderen Besucher begann er es in aller ruhe zu zählen. Wie im Gänsemarsch und mit herausgestreckter Brust stolzierten die restlichen Mädchen an Jil vorbei in Richtung seines Tisches. Sie hatte ihre Chance vertan. Im nu würden sich ein halbes Dutzend leicht bekleideter Frauen auf ihn stürzen um ihm das Geld aus der Tasche zu ziehen. Wie Kakerlaken schmiegten sie sich an ihn, legten sich mit dem Oberkörper auf den Tisch und streckten ihren Po in die Luft. Betsy Perkins lies es sich nicht nehmen ihre hängenden Brüste vor dem Mann zu entblößen, seine Hand zu packen und sie drauf zu legen. Mit einer einfachen Handbewegung lehnte er jede der Frauen ab und schickte sie mit ihren enttäuschten Gesichtern zu seinen Kumpanen. Als er sich einen Schluck von seinem Whisky gönnte bemerkte er die junge Jil wie sie hinter ihrer Trennwand hervorlugte. Mit einer weiteren Handgeste rief er sie zu sich. Zögerlich schritt sie langsam durch die anderen Tische in seine Richtung. Sie war nur noch ein paar Meter von ihm entfernt da spürte sie einen kräftigen Klaps auf ihren Po. Quin McKoy ein Stammkunde von ihr zog sie zu sich und war bereit mit ihr zu verschwinden. In dem Moment als er sie unsanft auf seinen Schoss setzte erhob sich der Fremde und knallte mit voller Wucht seine geladene Remington* auf den Tisch so das Gläser und Whiskeyflaschen klirrend zu Boden fielen und die in hör weite Billard spielenden Kameraden aufschrecken lies. Die drei Männer stießen die Frauen unsanft von sich weg, ließen die Kös zu Boden fallen und zogen blitzgeschwind ihre Revolver ohne zu wissen worauf sie zielen sollten. Jil spürte unter sich wie der gesamte Körper von Quin McKoy zu zittern begann. Langsam erhob sie sich von seinem Schoss und schritt weiter auf den Tisch des Fremden zu. Als sie ihm gegenüber stand, nickte der seinen Männern zu, die daraufhin ihre Waffen wieder in ihre Halterung sinken ließen. Ein weiteres mal entspannte sich die Lage. Der Mann stellte sich ihr als Frank McCall vor und küsste liebevoll ihre Hand. Jil war wie benommen von ihm. Seine Art. Sein Auftreten. Einfach alles an ihm war für sie so aufregend und neu. Trotz seiner zerrissenen und mit Dreck verschmierten Kleidung erkannte sie darunter einen breitschultrigen, starken jungen Mann der mit seinen hell braunen Haaren und unrasiertem Gesicht nicht ansatzweise wie ein Krimineller auf sie wirkte. Eher wie ein Landstreicher. Es dauerte nur wenige Sekunden und Jil war ihm verfallen. Seine Zuneigung zu ihr, seine Haltung und wie er sich mit ihr unterhielt ziehte sie regelrecht in seinen Bann. Nach mehreren Gläsern Whisky und ein paar sinnlosen Gesprächsminuten später verabschiedete sich Frank von seinen Leuten. Er folgte seiner Begleiterin in eines der größeren Zimmer im Obergeschoss. Nachdem sie Frank eine Wanne voll heißem Wasser ein lies und er sich vor ihr entblößte machte er sie immer mehr von sich abhängig. Das erste mal in ihrem Leben spürte sie die Lust. Sie beobachtete seinen kraftvollen und mit Narben übersäten Körper. Mit Schwamm und Bürste schrubbte sie sanft seinen ein geschäumten Rücken. Während des ganzen Badevorgangs machte er keinerlei Anstalten sie in irgend einer weise zu bedrängen was ihr in dem Moment sonderlich vorkam. Würden doch alle anderen Männer sie schon längst besprungen haben. Nach dem Bad liefen sie durch den schmalen Flur in ihr Zimmer. Frank zog sich das Handtuch von der Thalie und legte sich ins Bett. Langsam zog auch sie ihre Kleider aus. Sie spürte wie Frank mit seinen Augen jeden Millimeter ihres nackten Körpers begutachtete. Sie legte sich zu ihm und was für einen Freier nicht üblich war, das er die Hure die es mit ihm trieb, nicht auf den Mund Küssen durfte. Doch Frank tat es. Jil hätte zurückweichen können doch lies sie es zu. Es gefiel ihr immer mehr was er mit ihr tat. Mit seinen kräftigen, großen Händen packte er sie an ihren Schultern uns begann ihre beiden wohl geformten Brüste ebenfalls mit Küssen zu bedecken. Während des gesamten Aktes dachte sie nicht einmal daran das Frank nur ein Kunde für sie war. Ihr gefiel wie er sie berührte, sie küsste und so gefühlvoll mit ihr umging. Sie lies sich einfach fallen. Noch nie in ihrem Leben konnte sie den Beischlaf mit einem Mann wirklich genießen. Weil er der erste war der sie nicht wie ein Stück Vieh behandelte oder ihr das Gefühl gab ein solches zu sein. Auch Frank war sichtlich von ihr angetan und genoss jede Minute mit seiner jungen Schönheit. Die halbe Nacht hindurch sprachen sie mit einander. Frank erzählte ihr seine ganzen spannenden Geschichten die er in der Zeit im Wilden Westen erlebt hat. Bis zum nächsten morgen blieb sie bei ihm. Nachdem Frühstück konnte Jil beobachten wie sich Frank mit ihrem Boss an der Bar unterhielt und ihm ein dickes Bündel Geldscheine überreichte. Kurz darauf rief Piers Jil zu sich hinüber. Er erklärte ihr das der große Mann sie soeben Frei gekauft hatte. Frank überließ Jil die Entscheidung von dannen zu gehen oder seine Frau zu werden. Sie willigte ein. Ihr vorhaben mit ihrem Geld nach Europa zurück zu reisen war von nun an erloschen. Alles was für sie noch zählte war dieser eine Mann. Frank McCall. Über mehrere Wochen ritten die beiden mit Franks Bande durch ganz Missouri um in den besten Lokalen zu speisen und in den edelsten Hotels zu nächtigen. Jede Nacht feierten sie bis in die Morgenstunden. Am Abends wurde sie mit wichtigen Leuten zusammen geführt. Doch an manchen Tagen, meistens um die Mittagszeit, traf sich Frank mit seiner Diebesbande für mehrere Stunden in kleinen Bars abseits der Städte um ihre Pläne zu schmieden. Jil war es weitestgehend egal was die Männer besprachen, doch hatte sie eine komische Vorahnung. Sie vermutete schon länger das Frank nicht ganz ehrlich zu ihr war doch konnte sie angesichts ihres derzeitigen Lebensstiels leicht über die Aktionen hin wegsehen. Das erste mal in ihrem Leben sah sie eine andere Welt die sie in ihren Bann zog. Keine Essensreste ihrer Freier mehr über die sie sich heimlich her machen musste um nicht zu verhungern. Stattdessen gab es Hummer und Austern. Kaviar und Gläser voll Sekt zum Frühstück die nie leer wurden. Eine Wanne voll sauberes Wasser wann immer sie wollte. Wenn sich Jil Bennet am Abend entkleidete und mit Ihrem nackten Körper in das heiße und schaumige Bad eintauchte fühlte Sie sich als die begehrenswerteste Frau der Stadt. Blitzartig vergaß sie alles was um Sie herum passierte. Frank verwöhnte sie wo er nur konnte. Jeden Morgen erblickte sie einen neuen, noch prächtigeren Strauß Blumen auf ihrer Zimmerkommode. Mit ihren neuen Kleidern war sie der Traum eines jeden Mannes wenn sie mit ihrem Sonnenschirm die Straße entlang schlenderte. Niemals würde sie diesen Lebensstiel wieder ablegen. Frank erfuhr auf ihren Reisen das in ihrem Bauch ein Kind heranwuchs. Voller Begeisterung über die gute Nachrichten ritt Frank noch am selben Tag mit ihr in eine kleine Kirche in Wichita. Seine drei Kumpanen die ihm keinen Meter von der Seite wichen hatten schon länger ein Problem damit das sich ihr Anführer auf eine Frau eingelassen hatte doch sie zu heiraten ging für sie endgültig zu weit. Die Banditen forderten Frank zum Gespräch. Sie waren der Ansicht die Frau würde ihm den Kopf verdrehen und ihm Flausen ins Ohr setzen die Bande zu verlassen um mit ihr durch zu brennen. Seit Wochen hatten sie keine Überfälle mehr verübt. Um seine Männer vom Gegenteil zu überzeugen ordnete Frank an das sie drei Tage später in ihr Geheimversteck zurück reisen werden. Es dauerte mehrere Wochen bis sie mit Zug und Pferd über Colorado, durch die Wüste New Mexiko bis an die Grenze zu Arizona kamen. Als Sie sich der Stadt Tombstone näherten verließen sie die Straße Richtung Norden und ritten mehrere Meilen in eine trostlose menschenleere Gegend. Auf ihrem Weg durch eine schier endlose Prärie aus trockenem Sand und Staub steuerten sie auf eine kleine Bergkette zu die sich vor ihnen erhob. In mitten der Steinhänge erblickte Jil von weitem eine Einbuchtung die in den Berg hinein zureichen schien. Sie konnte ebenfalls einen hohen Palisadenring* ausmachen der ein großes Versteck im Fels offenbarte je näher sie kamen. Mehrere kleine Holzhütten lagen hinter dem hohen Zaun. Als sie von ihren Pferden absprangen und ihre Schuhe auf den toten, verdorrten Boden aufschlugen verlangte sie eine Erklärung von Ihrem Mann. Frank offenbarte sich ihr und erzählte von seinem kleinen Geheimnis. Jil war außer sich. Niemals würde sie in einer Hütte mitten in der Wüste zwischen lauter Banditen leben. Frank versprach ihr er Baue ihr ein richtiges Haus mit eigenem Garten, und beschaffe ihr alles was sie sich wünsche. Jil war entsetzt über die Zustände mit der er Sie Konfrontierte, spielte aber erstmals mit, in der Hoffnung Frank vielleicht irgendwann überreden zu können mit Ihr fortzugehen und seinen Beruf aufzugeben. Die Monate vergingen und Frank beteiligte sich immer weniger an den Überfällen und Raubzügen auf Kutschen und Eisenbahnlinien. Stadtessen arbeitete er jeden Tag so wie er es versprochen hatte an dem Haus seiner Frau. Um in dieser Gegend einen Garten anlegen zu können hatte er Säcke voll fruchtbarer Erde und die verschiedensten Samen heran schaffen lassen. Seine Bande wurden allmählich immer unruhiger. Mussten Sie doch im Stroh auf dem Boden schlafen während eine Frau in Ihrem Lager in einem Haus mit einem richtigem Bett nächtigen durfte. Was die Männer bei Laune hielt war das Versprechen von Frank das sein nächstes Bauvorhaben ein echter Saloon mit Pockertischen und nackter Frauen sein würde.

 

22. Mai 1859

 

An einem heißen Frühlingstag mit leichter Brise brachte Jil auf dem Bett Ihres Hauses unter höllischen Schmerzen ihr ein zigstes Kind zur Welt. Jimmy Frances McCall war seiner Mutter wie aus dem Gesicht geschnitten. Durch unerwartete Komplikationen die bei der Geburt entstanden verstarb Sie nur wenige Tage später. Den Leichnam seiner Frau lies Frank vor den Palisaden im trockenen Wüstenboden begraben. Das Grab wurde mit der fruchtbaren Erde aus dem Garten wieder zugeschüttet. Ein kleines Holzkreuz markiert den Platz des Begräbnis.

 

Jillian Sophia Bennet - McCall

1836-1859

 

 

Frank war über den plötzlichen Tod seiner Frau am Boden zerstört. In den nächsten Wochen versteckte er sich mit Schnaps und ein paar Huren in seinem Haus. Er Fluchte viel und aß wenig. In kürzester Zeit wurde der versprochenen Saloon fertigstellt. Weitere Wochen vergingen bis Frank seine Arbeit wieder auf nahm und das rauben und plündern begann von neuem. Da die meistens Männer für mehrere Tage unterwegs waren, kümmerten sich ab jetzt die neuen Huren um den kleinen Jimmy. Frank hatte seine Frau hinter sich gelassen und entschied sich von nun an bei seinen Raubzügen mit äußerster härte und Brutalität vorzugehen. Flaschen voller Schnaps, Vergewaltigungen und das berauben von armen und unschuldigen gehörten von nun an wieder zur Tagesordnung.

 

 

03. Oktober 1859

 

Nach nur wenigen Monaten hatte sich Frank McCall zu einem der berüchtigtsten Banditen von ganz Arizona hochgearbeitet. Manche beschrieben ihn sogar als schrecken des Wilden Westens weil er bei seinen Raubzügen immer heil davon kam und dabei mindestens eine Leiche zurück ließ. Nahe der Grenze zu New- Mexiko in mitten einer kleinen Wüste im Bundesstaat Arizona lag das kleine Versteck der gefürchteten Räuberbande. Eingeschlossen von den Städten Tucson, Tombston und Silver-City gab es in der nähe der Straßen immer jemanden den man berauben konnte. Zwischen einer Felsspalte die sich Meter weit in den Stein hinein gefressen hatte standen nun hinter einem alten Zaun ein heruntergekommener Saloon, Ställe für mehrere Dutzend Pferde, eine provisorisch mit Zelten überdachte Krankenstation, mehrere kleine Schlafhütten und ein beachtliches Holzhaus am ende des Weges. Täglich arbeiteten über fünfzig Männer, bis an die Zähne bewaffnet für Frank, Anführer der Wilden Horde.

Seine Gräueltaten hatten sich mittlerweile im ganzen Land herumgesprochen und von San Francisco bis New York City kannte jeder seinen Namen. Sein Gesicht prägte die Fahndungszettel die an jede Tür der Sheriffbüros in Arizona genagelt wurde.

 

- Frank Mitchell McCall -

Dead or alive

50,000 Dollars reward

 

- Members of the Wild Horde -

 

Death or Alive
10.000 Dollar reward

 

Bill Thompson

Bob Jeremia Stetson

Dr. Michael Bean

Cole Cline

Chandler Bened Breck

Dan F. Miller

Jonsen Wilson

Nell Morrison

Tom Bened

Marty E. Ferwell

Francis McMeyn

Eddy Knight

Bobby G. Miller

Stan D. Fuchs

Piet Mitchell

Jus Blind

Jim F. Carson

James E. Carson

 

 

Frank jedoch war ein gerissener Gauner. Er hatte es im Blut nicht gefasst zu werde. Er kannte jede Straße, jeden Strauch und jeden Stein im Umkreis von fünfhundert Meilen. Jedes Versteck um schnell unterzutauchen hatte er sorgsam studiert. Durch seine etlichen Kontaktleute in jeder Stadt des Landes wusste er ganz genau wann und wo er bei einem Geldtransport zuschlagen musste. General Simmens und seine siebte Kavallerieeinheit wurden zur Unterstützung und Überwachung von Transportgütern bereitgestellt. Frank jedoch gerissen wie er war lockte die gesamte Einheit in eine Falle wo er alle er schissen lies.

 

 

14. September 1872

 

An diesem Tag schickte Frank McCall zweiundvierzig Blutverschmierte Pferde der siebten Kavallerie durch die Tore des Forts die auf Ihrem Rücken ihre Toten Reiter präsentierten. Die Regierung in Philadelphia kehrte den Vorfall unter den Tisch und veranlasste bei den Zeitungen nicht mehr über die Wilde Horde zu berichten. Es seien die Probleme des Westens nicht des Ostens.

 

 

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Autor des Artikels Veröffentlicht Aktualisiert Views
lordnelson 15.10.2017 13:05 23.10.2017 16:30 6
Tags: Western
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